Gruva informiert - Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) bzgl. sog. Energieausweises

Die EG-Richtlinie 2002/91/EG wird zum 01.01.2008 in nationales Recht umgesetzt, so dass diese Energieausweise (wie sie nun endgültig heißen) ab diesem Termin potentiellen Käufern/Mietern bei Neubau, Veräußerung oder Vermietung vorgelegt werden müssen. Der Kabinettsbeschluss soll im März 2007, die Bundesrats-Zustimmung im Mai 2007 erfolgen.

Für Gebäude, die baujahrs-älter als 1978 sind und nicht mehr als 4 Wohneinheiten beinhalten, ist ein bedarfsorientierter Energieausweis zu erstellen, bei allen anderen Liegenschaften wird es die Wahl zwischen dem kostengünstigeren verbrauchs- und dem teureren bedarfs-orientierten Energieausweis geben.

Für das Jahr 2007 gilt eine Übergangslösung: Wenn Eigentümer kleinerer Gebäude (bis 4 Einheiten) schon freiwillig einen Energieausweis erstellen lassen, haben auch sie die Wahlfreiheit zwischen bedarfs- und verbrauchs-basierte Energieausweis. Auch diese (auf freiwilliger Basis abweichend erstellten) Energieausweise werden ab Ausstellung 10 Jahre gültig sein.

In der Bedarfsrechnung wird unter normativen Annahmen ein rechnerischer Verbrauch ermittelt. Das Nutzerverhalten spielt bei der Berechnung keine Rolle. Die ermittelte Kennzahl gibt somit Auskunft über die Qualität des Gebäudes bzw. ermöglicht einen Vergleich zwischen verschiedenen Gebäuden. Kosten für diese Art des Energiepasses werden je nach Größe der Wohnanlage mit € 300,00 – 1.000,00 pro Gebäude angegeben.

Bei der Ermittlung der Kennzahlen über durch die Heizkostenserviceunternehmen zu erstellende Verbrauchsmessung fließt der tatsächliche Energieverbrauch in die Berechnung mit ein. Das hat den Vorteil, dass die tatsächliche Situation, d.h. der Zustand des Gebäudes berücksichtigt wird, jedoch auch den Nachteil nutzerbedingter Abweichungen. Die Kosten dürften sich auf € 25,00 – 40,00 je Ausweis belaufen.

Grundsätzlich wird für jedes Gebäude, auch wenn mehrere Häuser von einer Heizungsanlage versorgt werden, ein separater Energieausweis zu erstellen sein.

Offen ist, wer die Berechnung erstellen darf und die notwendigen Daten liefern soll.

Fazit:
Es bietet sich an, zunächst die gesetzlichen Mindestanforderungen (durch den verbrauchsorientierten Energiepass) zu erfüllen und sodann mit einem seriösen Anbieter für den gesamten Verwaltungsbestand einen „Rahmenvertrag“ auszuhandeln, um eine umfassende energetische Beratung und gleichzeitig umfassende Sanierungsempfehlung, und -planung zu erhalten. – Für die konzeptionelle Umsetzung, auch bei ohnehin anstehenden Modernisierungsmaßnahmen, sollte unbedingt ein entsprechender Fachplanung beauftragt werden, der nicht nur eine Prioritätenliste erstellen, sondern auch die zu erwartenden Gesamtkosten im Verhältnis zur möglichen Energieeinsparung kalkulieren kann. Die eigentliche Wahl besteht somit zwischen dem (günstigeren) Verbrauchsausweis und der umfassenden energetischen Fachplanung.


© Thomas A. Vetter / 01-2007